Es ist egal wen man wählt!!

12.11.2018

Die CDU verliert an Wähler, weil es egal ist wen man wählt. - Wirklich??

Konservative sind im politischen Kampf unterlegen, weil es ihnen zuwider ist, sich in Herden zu organisieren, Ideen wie Ikonen zu verehren und endgültige Wahrheiten herauszuschreien. Stil und Skepsis sind nicht massentauglich und im Kampf um Macht und Einfluss ohne Gewicht. Gegen die Rechthaberei des «juste milieu» lässt sich deshalb wenig ausrichten. Wer nicht so ist wie sie, der ist entweder verrückt oder ein Nazi. Die Politik ist zudem machtlos geworden, weil sie nicht mehr entscheidet, was getan werden soll, sondern sich von den Eliten in der Bürokratie, in Justiz, Bildung und Medien jagen lässt.1

Themen werden nicht mehr angegangen, sondern von Dritten produziert und diktiert. Die Rechten und die Linken sind dabei spiegelbildlich. Beide glauben, Gesellschaften ließen sich nach Belieben formen und zurichten. Sie glauben an den Sieg der Eindeutigkeit und Endgültigkeit. Sie träumen von einer Gesellschaft, aus der Feinde und Fremde physisch eliminiert werden sollten.

Liberale glauben, dass der Mensch frei und Herr seiner Entscheidungen und dass der Freiheitsraum ein Ort der Möglichkeiten ist, in dem er sich frei entfalten darf. Das stimmt natürlich, aber Liberale übersehen, dass diese Position leicht zu vertreten ist, wenn man die Konsequenzen von politischen Entscheidungen nicht selber tragen muss, weil man sich ihnen jederzeit entziehen kann. Wer arm und ohne Einfluss ist, hat diese Möglichkeiten nicht. Liberale haben keinen Begriff von Anerkennung, Würde, Gerechtigkeit, die vielen Menschen wichtiger sind als der Raum, zu dem der Staat sich keinen Zugang verschaffen kann, oder das Recht, ihre Meinung zu sagen. Es gibt nicht nur negative Freiheit, die den Raum definiert, in dem man sich ohne Behinderung durch andere entfalten darf. Es gibt auch eine Freiheit, die aus dem Streben nach Anerkennung kommt. Sie ist auch mit autoritärer Ordnung vereinbar, weil die meisten Menschen gar nicht sich entfalten, sondern anerkannt und respektiert werden wollen. Für ein solches Streben nach Anerkennung aber haben Liberale kein Verständnis.

Ähnlich verhält es sich mit Grün. Nach deren Befinden nun Atomkraft und Kohle endgültig verbannt gehören, dürfen die Windkrafträder aber bitte doch im Nachbarort stehen. Dass aber auch nur, wenn dort kein Vogelschlag droht. Der Strom jedoch soll weiter möglichst billig aus der Steckdose kommen. Die Grünen sind aber mit Nichten bloße Umweltschützer, sondern sie erziehen Ihre Umwelt um.2  Mehr Quoten, mehr Multikulti, mehr Steuern, mehr politische Korrektheit, weniger traditionelle Lebensentwürfe – Toleranz hingegen haben Grüne nur für Ihresgleichen. Multikulti schreien, aber die eigenen Kinder in eine private Öko-Schule bringen. Und die Forderungen nach kostenlosen ÖPNV i. V. m. Dieselfahrverboten baden dann diejenigen aus, die nicht in Prenzelberg wohnen und nur nach F-Hain zur Arbeit pendeln. Castor, Stuttgart 21, Hambacher Forst – die Grünen veranstalten inzwischen mehr Aufstand gegen die staatliche Exekutive als die Linken. Um zu gewinnen etablieren sie politisch, die Polizei diene staatlicher Repression, vor Polizeiwillkür müsse man mehr schützen! Daraus resultiert inzwischen eine gewisse Handlungsunsicherheit jener Polizei, die im wirklichen Leben vor der Willkür der Kriminellen und vor Terror schützen soll.

Nein, der Konservative ist bewusst nicht Grün, nicht FDP, nicht Linke und nicht AFD. Dieses Bewusstsein möchte er auch bestätigt wissen. Durchaus gibt es klare Grundsätze im Denken und Handeln, welche die CDU von anderen Parteien unterscheidet. Aber die CDU ist mittlerweile so links-grün eingeschüchtert, dass sie sich selbst verbietet, sich von anderen abzugrenzen, nur um niemanden auszugrenzen.

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[1] aus  Martin Beglinger im Gespräch mit dem Berliner Historiker Jörg Baberowski, 2018, „Der Mensch lässt sich nicht beliebig zurichten“, https://www.nzz.ch/feuilleton/der-mensch-laesst-sich-nicht-beliebig-zurichten-ld.1419506, [Stand 30.09.2018]
[2] siehe Dr. Lothar Gassmann, Heft, Jeremia-Verlag, ÖKO - Warum ich Umweltschützer, aber kein Grüner bin, Schützt unsere Kinder vor der Umerziehung, 2018