Erklärung von Barcelona - Die Stadt und die Behinderten

04.01.2021

Ob ein Leben mit Behinderung lebenswert ist, haben nicht die Gesunden zu entscheiden. 

Der Ausschuss für die Rechte von behinderten Menschen und deren Umsetzung hat sich im Jahr 2020 vorrangig um die im Punkt 11 der Erklärung von Barcelona umzusetzenden Maßnahmen ("Die Kommunen ergreifen die erforderlichen Massnahmen dafür, dass sich Personen mit Behinderungen ohne Einschränkung ihrer Mobilität in der Stadt bewegen können......") gekümmert. Behindertengerechte Zugangsmöglichkeiten mussten abgelaufen und kontrolliert werden. Dabei fiel besonders am Herzstück unserer Naherholung, am Straussee, auf, dass etliche von den grünen Hinweisschildern "behindertenfreundlicher Weg" wieder abgenommen wurden. Dies lag unter anderem an nachteiligen Veränderungen des Wegekörpers, aber auch an umgefallenen Bäumen, die nicht in Gänze vom Weg geräumt wurden, so dass die Gehwegbreite von 1, 5 m nicht gewährleistet wurde, die Wegequalität hatte sich verschlechtert (im Sinne von holpriger, enger, gefährlicher). Schon lange wird vom Verein für die Erhaltung des Strausssees angemahnt, dass die Uferbefestigung am Strausssee erneuerungsbedürftig bzw. nicht mehr vorhanden ist (z. B. die Absturzsicherungen).

Unser Hinweis lautet deshalb: Der Gehweg entlang dem Straussee ist unter Berücksichtigung der Interessen von Natur und Umwelt behindertenfreundlich zu erhalten / wieder herzustellen. Ein besonderes Ärgernis ist die zum größten Teil unzureichende Möblierung unserer Stadt - behindertengerecht, d. h. Arm- und Rückenlehnen müssen zur Beschaffenheit von Bänken gehören. Die Bänke müssen für Menschen mit Beeinträchtigungen gut erreichbar sein. Dies  gilt insbesondere im Nahbereich von Senioreneinrichtungen, wie z.B. in der Wriezener Straße. Ein Problem sehen wir auch beim Besuch des Ruheforstes am Herrensee. Hier bestehen für Menschen mit Beeinträchtigungen nur wenige Möglichkeiten zum Verweilen oder zum Spaziergang in der Natur.

Wir halten es für erforderlich, dass die mit dem Beitritt zur Erklärung von Barcelona verbundenen Verpflichtungen immer wieder geprüft, angemahnt und umgesetzt werden. Bei allen Baumaßnahmen, z.B. Wege- und Straßenvorhaben,Parkmöglichkeiten sind die Belange von behinderten Menschen durch die Verwaltung und Politik umfassend zu berücksichtigen. Wir halten es für unzureichend, wenn unter Behinderung nur die des Körpers gesehen wird. In unserer Stadt leben geistig behinderte Menschen, denen mit einfachen Piktogrammen geholfen wäre. Hierzu besteht in unserer Stadt noch Nachholbedarf!

Im Auftrag der CDU Fraktion in der SVV Strausberg

Andreas Fuchs