Regenwasser behalten

17.11.2019

Mit Einführung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) 2010 darf Regenwasser vom Grundsatz her nicht mehr mit Schmutzwasser vermischt werden. Priorität hat die ortsnahe Bewirtschaftung des Niederschlages. Anstatt über Gullys in den Kanal soll es auf den Grundstücken bereits per Sickerpflaster oder Sickermulde dem natürlichen Wasserkreislauf direkt zugeführt, über Gründächer verdunstet oder in Zisternen als Rohstoff gesammelt und genutzt werden. Neben dem Umweltaspekt spart das Niederschlagswassergebühren.

Was eigentlich längst Routine sein sollte, findet in Strausberg leider immer noch Ausnahmen. Insbesondere bei Verkehrsflächen wird immer noch in die Regenwasserkanalisation abgeleitet. Damit steht das Wasser nicht dem Grundwasser und damit verbunden auch dem Straussee zur Verfügung! Dabei weiß man es eigentlich längst besser und hat auch in Strausberg bereits baulich gute Lösungen umgesetzt. Das Bild zeigt eine Sickermulde mit Einlauf zu einem Sickerschacht in der Waldemarstraße. Diese Anlage erscheint günstig für den Landschaftswasserhaushalt, da zunächst die Versickerung über den belebten Erdboden sowie, als Überflutungsschutz bei stärkerem Niederschlag, ein Überlauf in den Sickerschacht erfolgt.
Wenn auf diese Art eine Versickerung nicht vollständig gewährleistet werden kann, ist neben der Sickermulde, sofern vorhanden, als Überflutungsschutz auch die Einleitung in die Regenwasserkanalisation vorzusehen. Letzteres sollte bestenfalls in einem Regenbecken, See o. ä. enden.

Die CDU Strausberg fordert bei weiteren Baumaßnahmen in der Stadt (z.B. bei aktuellen B-Planverfahren, Straßenbaumaßnahmen etc.) die Umsetzung aller geeigneten Maßnahmen zum Erhalt unseres Landschaftswasserhaushaltes, für die Sicherung der Trinkwasserspeicher und zur Rettung des Straussees!

Fuchs, Blumenthal