Straussee - Wie geht´s nun weiter?

24.12.2019

Landschaftswasser fordert Sachlichkeit, Geschlossenheit und Renaturierung

Der Klimawandel erhitzt nicht nur die Erde, sondern auch die Gemüter. Weltweit werden polemische Forderungen und Menschen an den Pranger gestellt. Nur realistische Lösungen ernsthaft umgesetzt werden nicht.

Auch in Strausberg scheint Freund und Feind nicht jedem bewusst sowie Reallösungen von Polemik verwischt. Nachdem die CDU Strausberg die einzige örtliche Partei ist, die sich seit Jahren kontinuierlich und vor allem fachlich mit der Thematik Straussee auseinander setzt, Fachveranstaltungen initiierte, Wasser- und Klärwerke besuchte, damit Expertise einholte, im Haushaltsplan an ein Maßnahmenposten dachte und sämtliche Informationen transparent veröffentlicht und mit der Bürgerinitiative teilt, jagt der Aufgebrachte lieber eine Sau durchs Dorf oder freut sich über kleine lustige Minnas, die mit Wassereimern den See zu retten versprechen.

Nun liegt aus dem hoch erwartenden Gutachten ein erstes Zwischenergebnis vor. Im Fachausschuss für Finanzen wurde jüngst der Antrag der CDU auf einen Haushaltposten für Sofortmaßnahmen zur Rettung des Sees, gestellt von Stephan Blumenthal, abgelehnt. Die Bürgerinitiative wiederholte in der letzten SVV den Antrag, wurde aber ebenfalls mit dem Hinweis auf einen Nachtragshaushalt vertröstet. Darüber hinaus fordert die CDU Strausberg weitere Sofortmaßnahmen. Wer hätte es geahnt, der Klimawandel sei Hauptursache vom Wasserschwund. Aber auch dem Pumpwerk Spitzmühle wird ein geringer, aber immerhin messbarer Anteil am Grundwasserschwund zugeschrieben. Neu ist die vermutete Verbindung zwischen dem Grundwasserspiegel 1 und dem Grundwasserspiegel 2. Nicht neu ist der weltweite Klimawandel, wie Lake Mead bei Las Vegas, Aralsee usw. populär bezeugen. Das Strausbergs umliegende Seen nicht so stark betroffen sind wie der Straussee selbst, liegt wohl auch daran, dass nur die Gemeinde Strausberg eine Regenwasserkanalisation nutzt und eben mehr als andere Fließe begradigt und Sickerflächen versiegelt hat.

Zusammengefasst wird also unser Grundwasser einerseits entnommen, andererseits aber nur ungenügend wieder gespeist. Diese Diskrepanz gilt es soweit wie möglich aufzulösen. Hier ist die Bürgermeisterin gefordert, als Gemeindevertreterin bei der zuständigen Wasserbehörde die Entnahmemengen anpassen zu lassen und bei den Mitgesellschaftern des Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) die Einhaltung der Werte einzufordern. Zur Rückgewinnung und Stärkung des Landschaftswasserhaushaltes sind die seit Jahren geforderten Renaturierungsmaßnahmen umzusetzen und die Regenwasserkanalisation so zu gestalten, dass das Strausberger Regenwasser dem hiesigen Grundwasser zugeführt wird. Weiter muss über Gartenwasser und Feuerlöschhydranten diskutiert werden, weil für beides vielleicht künftig kein Grundwasser mehr zur Verfügung steht.

Nicht diskutiert werden – weil nicht zielführend - muss hingegen um den Rückkauf von Abwasser, den Abkauf von Rüdersdorfer Grundwasser, die Schließung des Golfplatzes, das Schaffen eines eigenen Klärwerkes oder das Jagen des Geschäftsführers (GF) des WSE. Letzterer ist eben auch nur ein Angestellter, der im Auftrage seiner Chefs – die Gesellschafter des WSE wie unter anderem die Stadt Strausberg vertreten durch ihre Bürgermeisterin – die gesetzliche Pflicht zur Trinkwasserversorgung erfüllt. Für eine klare Forderung oder Anweisung an den GF sind die Mitgesellschafter die richtigen Ansprechpartner. Jüngst wurde die Bürgermeisterin beauftragt, das Unmögliche einzufordern, nämlich den Wasserhahn ab einer bestimmten Menge zu sperren und trotzdem Trinkwasser liefern. Mit der Strafanzeige gegen den WSE-GF wird irgendwie ein Paradoxon kreiert, aber kein Tropfen Wasser gewonnen. Die CDU Strausberg mahnt zur Besonnenheit, zum Zusammenhalt, zur sachkundigen und ergebnisorientierten Realpolitik. Alles andere klären die anderen Parteien bitte im Stillen unter sich.

Blumenthal