Wo will er hin - der Straussee?

10.02.2019

Das Kulturnangebot, die Einkaufsmöglichkeiten sowie der einseitige Bau von Pflegeeinrichtingen und altersgerechten Wohnheimen weist darauf hin - Strausberg wird zum Altersheim. Nun wird also auch die Länge des Uferwanderweges dem demographischen Wandel angepasst. Aber Schluss mit Spott und Ironie. Unser Heiligtum - der Straussee - zieht sich zurück. Was ist der wahre Grund und was kann man dagegen tun?

Das Thema Straussee wird bereits seit langem heiß diskutiert. Den unzureichenden Niederschlag besonders im vergangenen Jahr kann aber niemand leugnen. Dennoch scheint es, sei der Straussee im Vergleich zu anderen umliegenden Gewässern besonders stark vom Wasserschwund betroffen. Das darüber viel spekuliert wird, hat allein die Bürgermeistrerin zu  verantworten. Die Empfehlungen aus einem Gutachten von 2003 und der Vorstudie von 2009 wurden bisweilen nicht berücksichtigt oder umgesetzt. Diese forderten ein Umdenken bezüglich der Bebauung zu Gunsten der Natur und des Wasserhaushaltes sowie die Erfassung von Daten zur Ermittlung des Verdunstungsgrades.

Laut der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung  zum Landschaftswasserhaushalt Annafließ aus 2003 sollten baulich die Ableitungen von Niederschlagswasser durch Kanalisation und Gräben, begradigte Fließe, zunehmende Verdichtungen von Böden, Versiegelungen und Bebauungen, Entwässerungen von Feuchtwiesen, Erlenbrüchen und Mooren usw. möglichst vermieden werden. Zudem forderte die Vorstudie  „Stabilisierung des Wasserhaushaltes des Straussees" aus 2009 Messinstrumente zur Ermittlung der Verdunstung, um so für aussagekräftige Messwerte zu sorgen. Anhand derer könne man wohl den Verdunstungsgrad mit dem Niederschlag in ein Verhältnis setzen. Eine Diskrepanz zwischen beidem könnte auf Wasserklau hindeuten, durch Kausalität würden andere Einflussfaktoren als die Natur ausgeschlossen. Nichts ist bisweilen umgesetzt. Das Problem wäre damit auch nicht gelöst, aber zumindest erkannt. Dadurch könnten Lösungen zur Rettung des Straussees schon längst angegangen sein.

Aktuell wurde von der Stadt ein neues Gutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse aus diesem - ohne vorhandene Messwerte der vergangenen Jahre - bleiben abzuwarten. Wir sind gespannt und hoffen dass dann - völlig gleich der Ursache - sich der Rettung des Sees endlich tatkräftig angenommen wird. Bislang diente die fehlende Ergebnisstudie nämlich als Begründung der Untätigkeit. 

Blumenthal

 

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