CDU Strausberg

Redebeitrag "Nachhaltige Siedlungsentwicklung"

Beschlussvorlage –Nachhaltige Siedlungsentwicklung- am 08.02.2018 in der
SVV Strausberg
Redebeitrag Andreas Fuchs, Fraktion der CDU

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit dieser Vorlage soll die Siedlungsentwicklung im Innenstadtbereich von
Strausberg deutlich gestärkt werden.
Hier haben wir große Wohnbaupotentiale, die es jetzt zu entwickeln gilt.
Ich möchte Ihnen einige Beispiele für Bauprojekte nennen, die aktuell in der
Entwicklung oder in der Umsetzung sind:
Nordkreisel, die Flächen ehemals Club am See, Fritz-Reuter Straße, ehemaliger
Polizeistandort und das Areal um die Stephanus-Stiftung in der Wriezener
Straße, Josef- Zettler-Ring (Österreicher), Otto-Grotewohl-Ring (2 Häuser der
SWG), ehemalige Russenkaserne Elisabethstr./ Ecke Hegermühlenstraße, die
SWG Fläche an der Hegermühlenstraße (nach deren Umzug in die
Kastanienallee), das Areal zwischen Walkmühlen- und Hegermühlenstraße
neben der Stadtverwaltung, Lindenpromenade (SWG), Försterweg (100
Wohnungen der Wohnungsbaugenossenschaft) usw. usw.
Auch der Bau bzw. die Planung von Einfamilienhäusern geht durch
Nachverdichtung mittels Grundstücksteilungen, durch Lückenbebauung,
Umwidmung von Flächen weiter voran. Beispiele dafür sind das im Vermögen
der Wasserwerke stehende Areal an der Fließstraße, Flächen am Mühlenberg,
Wohnhäuser in der Bahnhofstraße und an der Vorstadt-Grundschule usw.
Nach Schätzung werden durch Nachverdichtung im Innenbereich in den
nächsten Jahren rund 1.000 Wohnungen für über 2.000 zusätzliche Einwohner
entstehen.
Deshalb muss jetzt die Entwicklung einer attraktiven und lebenswerten Stadt
im Mittelpunkt stehen. Die Chancen dafür sind jetzt so gut wie nie. Wir müssen
sie einfach nur nutzen. Damit verbunden ist aber auch die Bereitstellung einer
ausreichenden Infrastruktur, wie z.B. Kindergärten, Schulen, Straßen, Ver- und
Entsorgung, Ärzte, ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken usw.Logischerweise findet man diese Infrastruktur eher im Stadtkern und im
Innenbereich als am Stadtrand.
Urbanität und Aufgaben einer Stadt haben auch nichts mit dem Zubetonieren
von Wiesen und Wäldern zu tun.
Der rund 20 Kilometer breite Speckgürtel vom Berliner Stadtrand bis zu uns ist
nicht gerade das, was man unter einer gelungenen und nachhaltigen
Siedlungsentwicklung versteht. Es muss geprüft werden, ob eine solche Art der
Siedlungsentwicklung überhaupt noch zeitgemäß ist.
Was wir brauchen, ist eine nachhaltige, attraktive und architektonisch
anspruchsvolle Stadtentwicklung mit einer gesunden sozialen Mischung und
bezahlbarem Wohnraum für alle.
Das Bauen einer Schlafsiedlung am Stadtrand löst diese Probleme nicht. Im
Übrigen können und sollen wir auch nicht die Probleme der Metropolenregion
Berlin lösen.
Wir wollen deshalb die Verfahren Johanneshof und Am Wäldchen, zunächst in
Form eines Moratoriums, ruhen lassen, um gemeinsam mit den Bürgern, den
Vereinen und Verbänden, dem Agenda-Beirat, mit Politik und Verwaltung eine
transparente und nachhaltige Stadt- und Siedlungsentwicklung zu erarbeiten,
die dann in einen neuen Flächennutzungsplan einfließt.
Zur Information:
Es gibt eine Änderung im Text der Beschlussvorlage. Wir wurden gebeten, den
Zeitraum des Moratoriums zunächst auf 2 Jahre festzulegen.
Wir bitten um ihre Unterstützung und beantragen namentliche Abstimmung.
Andreas Fuchs